Kris Gray und Tim Wyatt sind ein Gitarristen-Singer-Songwriter-Duo mit einer humorvollen und originellen Interpretation der Launen des Schicksals und der Absurditäten des modernen Lebens. Beide wurden mit einem Abstand von einem Monat am Ende des Nachkriegszeitlichen Babybooms geboren. Ihre Musik erfährt das kernige Vergnügen und die gelinden Qualen eines Überlebens in der zweiten Hälfte des 20igsten Jahrhunderts und schlägt sich weiterhin durch im neuen Millenium der Einschränkungen und Kämpfe indem sie sich eines Repertoires bedient, welches sich nicht auf ein einzelnes musikalisches Genre beschränkt. Ihre Einflüsse sind gezeichnet durch Bob Dylan, Warren Zevon, Tom Waits and Randy Newman.

Kris Gray:

Während der 70iger gründete Kris zwei Bands, Elastic Cat und Hard Road, letztere machte zwei tolle Alben, wobei das zweitere aufgrund des Niedergangs der Plattenfirma nie veröffentlicht wurde.
Er machte dann weiter mit dem Komponieren der Musik für eine BBC-Fernsehserie namens „After Four“, deren Titelmusik mit einem Star bespickten Line up aufgenommen wurde, das Peter Green (Fleetwood Mac, John Mayall & the Bluesbreakers) und Peter Bardens (Camel, Van Morrison) inbegriff. Kris schrieb und nahm ebenfalls eine Single von Joanne Campbell auf, bei der die beiden Peters ebenso mitmachten.
Während der 80iger war Kris aufgrund familiärer Verpflichtungen gezwungen, dieses Gebiet zu verlassen und machte nur ein wenig Sessionarbeit, u.a. mit der Herb Miller Band (ja, Glenns Bruder).

Anfang der 90iger wendete er sich dem Managen zu und war für die nächste Dekade für u.a. Chris Farlowe, Cliff Bennett, Maggie Bell, Ian Hunter, The Sweet und die Edgar Broughton Band verantwortlich. Letzterer schloss er sich als Bassist an.
Nachdem er Chris Farlowe 18 Jahre lang gemanged und einige seiner Alben produziert hatte, spielte er auf dessen letzten Album „Hoteleingang“, welches er auch produzierte, Bass ein. Miller Anderson, ehemals Keef Hartley Band, Savoy Brown, Mountain, T.Rex, The British Blues Quintet und Spencer Davis Group, war der Sessiongitarrist. Dieser fragte Kris, ob er seine nächste Platte produzieren wolle. Kris hatte bereits das im Jahr 2003 erschienene Album „Bluesheart“ produziert. Das Ergebnis war „Chameleon“.

Die Band, die durch „10cc, Jethro Tull und Camel“-Schlagzeuger Paul Burgess und Kris verstärkt wurde, tourte die folgenden vier Jahre regelmässig und nahm eine Live-Doppelcd „From Lizzard Rock“ auf. Nachdem sich die Band aufgelöst hatte, schloss Kris sich Jay Tamkin an, dessen beiden Alben „Sorted“ und „Alibi“ er produziert hatte und tourte mit ihm während 2012. Gray und Wyatt ist sein jüngstes Projekt, das das gesamte originelle Material von Kris und Tim vertritt – das jedes einzelnen und das gemeinsame.

Tim Wyatt:

Tim Wyatt schreibt seit seiner Teenagerzeit Songs und trat während der 60iger und 70iger Jahre regelmäßig auf, bis der Journalismus dominierte. Er hat als Fernseh-, Zeitungs- und Radioreporter und Moderator gearbeitet und ist ein preisgekrönter Drehbuchautor und Dokumentarfilmemacher. Er ist Verleger, Poet und Autor mehrerer Romane und Sachbücher. Tim führt ein einsiedlerisches und gefährliches Leben in den Yorkshire Pennines, wo er am Ende der journalistischen Nahrungskette überlebt und mit der Entwicklung seiner Projekte fortfährt.

Die faszinierende Hintergrundgeschichte:

Die Geschichte beginnt irgendwo in den hitzigen kulturellen Krawallen des Jahres 1971, als noch alles möglich war, aber das Potential rapide schrumpfte. Tim Wyatt war gerade von Yorkshire nach London geflohen, wo er als 18jähriger Assistent in der Öffentlichkeitsarbeitsabteilung des Gordon & Breach Wissenschaftsverlags tätig ist. Dort trifft er Moira Mills, die mit dem Musiker und ehemaligen Jugendstrafanstaltsinsassen Kris Gray, einem Mann mit sowohl Talent als auch musikalischen Ambitionen, verlobt ist.

Dieser schreibt zwei Songs, um das vom sauren Prediger und schweren Exzentrikers Bill Dwyer organisierte, anstehende Windsor Festival zu feiern. Eines frühen Morgens, irgendwann 1973, buchen Kris Gray (Bass), Cecil Roberts (Gitarre), Mick Duffy (Schlagzeug?), Moira und Tim zwei Stunden in den TW Studios in Fulham, um „I Am…I Think“ und „The Man From Naz“ aufzunehmen. Eine geringe Stückzahl wird gepresst und über die neu gegründeten Sunslump Records herausgegeben (Nummer gra 101a). Es ist eine der ersten unabhängigen Aufnahmen ihrer Art, die jemals im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurde.
Moira und Tim singen die Background-Stimmen.

Tim, der auch das Logo und das Plattenlabel entworfen hat, macht den Versuch einer recht unbeholfenen Reklame mit einer etwa 1,80m großen Replik der Schallplatte aus Hartholz, indem er seine Zeit in das Umherrollen des gigantischen Modells über zahlreiche zentrale Plätze Londons zum nahezu ausnahmslosen Desinteresse investiert.

Bald danach scheiden sich die Wege mit Hochzeiten, Karrieren und der ganzen üblichen Bandbreite an Höhen und Tiefen, die die meisten Menschen irgendwann erleben. Alle Verbindungen zwischen Kris und Tim verschwinden für beinahe vierzig Jahre und werden nur bei einem flüchtigen Treffen Ende 2011 kurz aufgefrischt.

Angesichts der anhaltenden Not in seiner lebenslangen Karriere als freiberuflicher Autor und Journalist, sucht Tim nach Wegen, um seinen riesigen Sammlerschatz in Bares umzusetzen. Eines Tages besucht ihn sein Freund, der Vinylguru Nog Langan, um einige mögliche Raritäten seiner Sammlung auszusuchen, bewaffnet mit seiner dicken Schallplattensammlerbibel. Als Nog sich zum Gehen wendet, erwähnt Tim beiläufig die Tatsache, dass er einst bei einer Aufnahme mitgemacht hat, kann sich aber nicht vorstellen, dass diese in dem Werk aufgelistet ist. Jedoch ist sie es und sie hat auch einen hohen Sammlerwert, erzielt online gute Preise bei Liebhabern. Nichtsahnend werden Tim und Kris unabhängig voneinander vom Herausgeber des „Record Collector“ –Magazins kontaktiert. Einige Tage später klingelt das Telefon auf Tims Schreibtisch. „Hier ist Kris Gray“ sagt eine Stimme am anderen Ende. „Ist schon ne Weile her, nicht wahr?“.
Wenige Tage später fliegt Tim von Yorkshire hinüber nach Südwestdeutschland, wo Kris lebt und das Paar sich endlich nach vier Jahrzehnten wiedertrifft. Während des folgenden Jahres kommen die beiden regelmäßig zum Schreiben, Proben und Planen zusammen.
In einem Studio in der Nähe von Fulda produziert Kris, gemeinsam mit dem Tontechnikass Daniel Schindler, zwischen dem 25. und 28. Februar 2013 „Gray und Wyatt“.

Das Ergebnis ist das 13 Stücke umfassende Album „Naming the Darkness“, welches im Herbst 2013 weltweit durch MIG Records Deutschland veröffentlicht werden wird.

Es steht für den Beginn eines neuen und sehr unerwarteten Kapitels im Leben beider Männer.

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